Innovative Lernkultur für die Transformation: Was wir aus sieben Workshops mitnehmen
Wie gelingt Lernen in einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert?
Diese Frage stand im Mittelpunkt unseres Projekts „Innovative Lernkultur für die Transformation (#InLeKu)“.
Denn eines ist klar: Die Anforderungen an Unternehmen verändern sich rasant. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und neue Formen der Zusammenarbeit verändern nicht nur Prozesse und Technologien – sie verändern auch, welche Kompetenzen Menschen benötigen und wie Lernen in Organisationen stattfinden muss.
Lernen wird damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen.
Doch eine nachhaltige Lernkultur entsteht nicht durch einzelne Weiterbildungen oder einen gut gefüllten Seminarkalender. Sie entsteht durch die Kombination aus passenden Rahmenbedingungen, moderner Führung, neuen Lernformaten und Menschen, die gemeinsam Verantwortung für Entwicklung übernehmen.
Genau diesen Fragen haben wir uns gemeinsam mit Projektlots*innen aus sechs Unternehmen der niedersächsischen SER-Region in unserer sieben Workshops umfassenden Reihe #InLeKu gewidmet.
Begleitet und gestaltet wurde die Workshopreihe durch Andreas Möller, Emel Herrmann und Matthias Jung.
Unser Ziel:
Gemeinsam herausfinden, welche Bausteine Unternehmen benötigen, um eine innovative Lernkultur aufzubauen, die Transformation aktiv unterstützt.
Workshop 1: Innovatives Lernen und agiles Mindset etablieren
Wer ChatGPT nutzt, lernt schneller – aber eine MIT-Studie zeigt: Er denkt dabei weniger. Genau dieses Spannungsfeld eröffnete unseren ersten InLeKu-Workshop.
Die Studie des MIT Media Lab zeigt: KI erleichtert Recherche und Formulierung, schwächt aber Tiefenlernen und Eigenverantwortung, wenn sie unreflektiert genutzt wird. Der EU AI Act verpflichtet zudem seit Februar 2025 alle Unternehmen, Mitarbeitende in KI-Kompetenz zu schulen.
Genau hier setzte InLeKu an: Mit Projektlots*innen aus sechs Unternehmen der SER-Region entwickelten wir eine Lernkultur, die KI reflektiert integriert, statt sie zu verteufeln oder unkritisch zu nutzen.
Termin: Mi., 03.09.2025
Referent: Matthias Jung
Workshop 2: Lernkultur braucht passende Rahmenbedingungen
Im zweiten Workshop ging es um eine entscheidende Frage:
Was brauchen Unternehmen, damit Lernen wirklich Teil des Arbeitsalltags wird?
Schnell wurde deutlich: Oft scheitert Lernen nicht am fehlenden Interesse der Mitarbeitenden, sondern an den Rahmenbedingungen.
Fehlende Zeit, unklare Verantwortlichkeiten oder starre Strukturen können verhindern, dass Lernen seinen Platz im Arbeitsalltag findet.
Eine innovative Lernkultur braucht deshalb:
- Zeit und Räume zum Lernen
- klare Rollen und Verantwortlichkeiten
- Unterstützung durch Führungskräfte
- Möglichkeiten zum Austausch und zur Reflexion
Die Erkenntnis:
Lernen entsteht nicht durch einzelne Trainings – sondern durch bewusst gestaltete Rahmenbedingungen.
Termin: Do, 18.09.2025
Referent: Andreas Möller
Workshop 3: Moderne Lernformate schaffen neue Möglichkeiten
Im dritten Workshop richteten wir den Blick auf die Frage:
Welche Lernformate eignen sich für eine innovative Lernkultur?
Klassische Seminare bleiben wichtig – reichen aber allein nicht mehr aus.
Deshalb beschäftigten wir uns mit neuen Ansätzen wie:
- Learning Nuggets
- Learning Sprints
- Job Rotation
- Learning Circles
Diese Formate ermöglichen Lernen näher an der Praxis, stärker im Arbeitsprozess und individueller auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt.
Die zentrale Erkenntnis:
Innovatives Lernen bedeutet nicht nur neue Inhalte – sondern vor allem neue Formate.
Termin: Di., 07.10.2025
Referent: Andreas Möller
Workshop 4: Lernen lernen – Lernkompetenzen entwickeln
Der vierte Workshop stellte eine grundlegende Frage:
Können wir eigentlich lernen, zu lernen?
Gerade in einer Arbeitswelt, in der Wissen schnell veraltet, wird die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen immer wichtiger.
Dabei wurde deutlich: Unternehmen müssen zunächst verstehen, welche Lernbedarfe tatsächlich vorhanden sind.
Lernbedarfe entstehen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel zwischen Mitarbeitenden, Führungskräften und den Anforderungen der Organisation.
Die Erkenntnis:
Die wichtigste Kompetenz der Zukunft ist nicht nur Wissen – sondern die Fähigkeit, sich neues Wissen anzueignen.
Termin: Di., 11.11.2025
Referentin: Emel Herrmann
Workshop 5: Lernhemmnisse abbauen und Motivation fördern
Im fünften Workshop beschäftigten wir uns mit einer sehr praktischen Frage:
Warum lernen Menschen manchmal nicht – obwohl sie es eigentlich wollen oder sollen?
Die Antwort:
Nicht immer fehlt die Motivation.
Häufig verhindern äußere Faktoren erfolgreiches Lernen:
- Zeitdruck
- fehlende Anerkennung von Lernen
- unklare Erwartungen
- fehlende Verbindung zum Arbeitsalltag
Motivation entsteht vor allem dann, wenn Lernen als sinnvoll erlebt wird und einen konkreten Bezug zur eigenen Entwicklung hat.
Die zentrale Erkenntnis:
Menschen lernen selten nicht, weil sie nicht wollen – oft können sie nicht so lernen, wie es die Rahmenbedingungen ermöglichen.
Termin: Di., 02.12.2025
Referentin: Emel Herrmann
Workshop 6: Führungskräfte als Schlüssel für Lernkultur
Eine erfolgreiche Lernkultur braucht Menschen, die Lernen ermöglichen.
Im sechsten Workshop stand deshalb die Rolle von Führungskräften und Lernbegleiter*innen im Mittelpunkt.
Führung verändert sich:
Von Steuerung und Kontrolle hin zu Begleitung, Entwicklung und Befähigung.
Führungskräfte schaffen Orientierung, geben Freiräume und unterstützen Mitarbeitende dabei, neue Kompetenzen aufzubauen.
Auch Lernbegleiter:innen und Projektlots:innen spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie Lernprozesse begleiten und Reflexionsräume schaffen.
Die Erkenntnis:
Lernkultur ist immer auch Führungskultur.
Termin: Do., 22.01.2026
Referent: Andreas Möller
Workshop 7: Lernbegleitung als Erfolgsfaktor und nachhaltige Fachkräftesicherung
Fachkräftemangel löst man nicht mit Recruiting. Fachkräfte bleiben, wenn Entwicklung verlässlich geplant wird – nicht durch einzelne Aktionen. Das war die Erkenntnis, mit der unsere InLeKu-Workshopreihe ihren Abschluss fand.
Im letzten Workshop stand dabei die Frage im Mittelpunkt, wie sich Lernbegleitung dauerhaft verankern lässt. Die Antwort: eine 6-Monats-Roadmap – keine To-do-Liste, sondern eine Richtung mit Plan, von Ziel über Fähigkeit zu Initiative.
Es zeigte sich: Roadmaps scheitern, wenn niemand zuständig ist. Sie wirken, wenn eine Person Verantwortung trägt. Lernkultur und Fachkräftesicherung gehörten am Ende zusammen.
Termin: Do., 19.02.2026
Referent: Matthias Jung
Unser Fazit aus #InLeKu
Sieben Workshops haben gezeigt:
Eine innovative Lernkultur entsteht nicht über Nacht.
Sie ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess, der Menschen, Strukturen und Führung miteinander verbindet.
Unternehmen, die Transformation erfolgreich gestalten möchten, brauchen mehr als neue Technologien. Sie brauchen eine Kultur, in der Lernen selbstverständlich wird.
#InLeKu hat gezeigt, welche Bausteine dafür entscheidend sind:
✓ bewusster Umgang mit Künstlicher Intelligenz
✓ lernförderliche Rahmenbedingungen
✓ moderne Lernformate
✓ entwickelte Lernkompetenzen
✓ motivierende Lernumgebungen
✓ Führung als Lernbegleitung
✓ nachhaltige Verankerung von Lernprozessen
Unser Dank gilt allen Projektlots*innen und Beteiligten, die ihre Erfahrungen, Perspektiven und Ideen eingebracht haben.
Denn am Ende entsteht eine innovative Lernkultur nicht durch Konzepte auf Papier – sondern durch Menschen, die gemeinsam lernen, reflektieren und Veränderung gestalten.
Über das Projekt #InLeKu
Innovative Lernkultur für die Transformation (#InLeKu) unterstützt Unternehmen dabei, zukunftsfähige Lernstrukturen aufzubauen und Mitarbeitende für die Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt zu befähigen.
Im Mittelpunkt stehen sieben aufeinander abgestimmte Bausteine, die Unternehmen helfen, Lernen als festen Bestandteil ihrer Organisationsentwicklung zu etablieren.